Mai
18:00 Uhr Halle 01
Theater

„Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe v

Dieses Vorhaben wurde im Rahmen des Stipendienprogramms des Freistaats Bayern Junge Kunst und neue Wege unterstützt.

Büchners Fragment gebliebenes Drama gilt als eines der einflussreichsten Werke der deutschen Theaterliteratur und bietet eine Vielzahl von Inszenierungsmöglichkeiten. Der einfache Soldat Woyzeck ist der Gehetzte, der Gequälte, der Unterdrückte, Ausgenutzte und Betrogene. Trotz anstrengendem Dienst als braver Soldat reicht sein Sold kaum, um sich und seine Familie durchzubringen. Als Nebenverdienst wird er im Rahmen medizinischer Experimente auf Erbsendiät gesetzt, und als Krönung der Qualen betrügt ihn die geliebte Marie mit einem Tambourmajor. Stress, Entsagung, Unfreiheit und Verrat bringen ihn in einen Zustand der Sinnlosigkeit und Unzurechnungsfähigkeit. So reichen die Themen des Stücks von finanzieller Not und gesellschaftlicher Verrohung über erniedrigende Machtausübung und entwürdigendes Menschenexperiment bis hin zum Eifersuchtsdrama. Die Inszenierung stellt dabei Bezüge zu Gegenwartsthemen her, wie Individualismus und Determinismus, Stress und Freiheit, repressive Machtausübung und freiwillige (neoliberale) Selbstausbeutung, Fremdzuschreibung und Selbstproduktion, Multijobbing und Freizeithedonismus, ohne den Text plump in unsere Zeit zu versetzen. Gleiches gilt für die Besetzung der Titelfigur mit einer Frau, was zusätzlich ein Spiel auf mehreren Ebenen erlaubt – ohne künstliche Modernisierung oder Milieuverschiebung.

Mit: Ulrike Dostal, Eva-Maria Piringer, Malte Buhr, Thomas Trüschler, Christoph Mack; Regie: Robert Ludewig; Assistenz / Kostüme: Simone Birkner; Bühne: Aylin Kaip; Dramaturgie: Nikolai Steinhart

Text: Nicolai Steinhart

© Aylin Kaip

Eintritt

18,00€

Ermäßigt 14,00€

Tickets

gastspiele@suedsehen.de / 08999160651

Veranstalter

Schauspielensemble Südsehen